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Krankheiten - Microsporum canis

 

Katzenliebhaber wurden vielleicht schon mit Pilzerkrankungen bei Katzen konfrontiert.

Insbesondere der weit verbreitete Pilz Microsporum Canis ist sehr gefährlich für Tier und Mensch. Die moderne Tiermedizin ermöglicht zwar Heilung, aber nur durch eine langwierige Behandlung unter Einsatz hochtoxischer Mittel, die das Immunsystem der Katze massiv schwächen. Und das Entscheidende: Der Pilz ist damit noch längst nicht ausgerottet.

Überall in den Räumlichkeiten, in den Möbeln, Teppichen, Tapeten, in kleinsten Ritzen überlebt der Pilz über Jahre hinweg und löst immer wieder neue Infektionen aus. Auch gründlichstes Putzen vermag nichts dagegen auszurichten. Selbst chemische Mittel bieten keine vollständige Beseitigung der Sporen und sind zudem gesundheitsschädlich.

Nur die restlose Vernichtung der Sporen und gleichzeitige Desinfektion der räumlichen Umgebung können erneute Ausbreitung verhindern.

Wie Sie das erreichen? Mit einen speziellen Ozon-Strahler.

Falls Sie noch Fragen zu dem OZON Gerät haben, wenden Sie sich gerne an:

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Räume werden damit auf natürliche Weise vollständig von Sporen, schädlichen Rückständen und Gerüchen befreit und gesundheitsfördernd desinfiziert. Durch die Bindung der Schadstoffe mit Sauerstoff erzielt der Ozon-Strahler innerhalb weniger Minuten hygienisch reine Luft.

Tief vergraben im Kuscheltier lauert Microsporum canis

Privatdozent Hans-Peter Seidl, München, offenbart weniger bekante Seiten einer vertrauten Mykose
Seit 1995 wird, wahrscheinlich ausgelöst durch den Erregertransfer aus südlichen Urlaubsländern, ein sprunghafter Anstieg der Erkrankungen durch M. canis beobachtet.

M. canis einmal anders: deformierte Makro-konidien von „Microsporum distortum“, welcher nach molekular-biologischen Daten ein Microsporum canis ist. Foto: Seidl

Tinea capitis durch M. canis: typisches
Bild der „gemähten Wiese”

 

 

 

 

 

 

Nachweis von Sporen von
M. canis: Mit einer sterilisierbaren
Polyethylen-Haarbürste
oder einer sterilen Einmal-
Zahnbürste bürstet man den
zu untersuchenden Gegenstand
oder das Tier und
drückt die Bürste auf einem
Dermatophytenselektiv-Nährboden
ab. Nach wenigen Tagen
erscheinen auf dem Nährboden
die typischen strahlenförmigen
Kolonien.

 


04.07.05 - In Deutschland werden aktuell bis zu 10 000 Mikrosporie-Fälle jährlich bei Menschen diagnostiziert. Zusätzlich ist mit einer nicht einmal annähernd quantifizierten Dunkelziffer zu rechnen. Entgegen vielfacher Meinung ist M. canis nach dem Infektionsschutzgesetz nicht meldepflichtig.

Wird M. canis nachgewiesen, stellt sich automatisch die Frage nach einem möglichen Katzenkontakt. Denn anders als der Name vermuten lässt, stellen Katzen (vor allem junge, geschwächte, kranke, trächtige oder säugende Tiere) die häufigste Infektionsquelle dar. Wesentlich seltener kommen Hunde oder andere Tiere, wie Hamster, Meerschweinchen,
Kaninchen, Pferde, Schafe sowie Ziegen, Schweine und Rinder in Betracht.

Auch nach Ferien auf dem Bauernhof fragen

Besonders Kinder infizieren sich häufig an streunenden Katzen in südlichen Urlaubsländern. Eine Tinea capitis oder Tinea corporis induziert durch M. canis kann jedoch auch ein Mitbringsel vom einheimischen Bauernhof-Urlaub sein. Im Gegensatz zu den umhegten Stubentigern stehen Bauernhofkatzen in der Regel nicht unter der Betreuung eines Tierarztes. Die Infektionsübertragung unter den oft zahlreichen Katzen auf einem Bauernhof ist hoch, zumal streunende Katzen als "Stallkatzen" den Höfen häufig auch zulaufen.

Ein spezielles Problem stellen asymptomatischen Keimträger dar. Mit glänzendem Fell ohne jede Auffälligkeiten erinnern diese Tiere oft an Fernsehwerbung für Katzenfutter und zeigen keinerlei Symptome. Sie tragen jedoch reichlich Sporen von M. canis auf der Haut und in ihrem Fell und stellen deshalb eine nicht erkennbare Ansteckungsgefahr dar. Dieses Phänomen ist gerade bei Langhaarkatzen besonders häufig.

Die unter Woodlicht typische grün-gelbe Fluoreszenz dient häufig als Schnellnachweis von M. canis im Fell von Tieren, leider eine recht unzuverlässige, wie eigene systematische Untersuchungen an Hunderten von Stämmen zeigten: Annähernd die Hälfte der Isolate von M. canis zeigt im Woodlicht keine positive Fluoreszenz. Somit kann ein positiver Woodlicht-Test zwar weiterhin als sicherer Hinweis auf M. canis angesehen werden. Umgekehrt schließt ein negatives Ergebnis die Infektion jedoch nicht aus. Hinzu kommt, dass gelegentlich Shampoos, Cremes und Therapeutika das Ergebnis der Woodlicht-Fluoreszenz verfälschen können. Die einzige Methode zum sicheren Nachweis von M. canis ist daher die Kultur.

Dem Teddy mit der Zahnbürste zu Leibe rücken

Nicht nur Tiere sind ein Reservoir für den aggressiven Erreger. Auf der Suche nach Reinfektionsquellen sind wir auf vielerlei Gegenstände gestoßen, wie Bettwäsche, Sofakissen, Decken, Teddybären oder andere Kuscheltiere. Auch bleibt der Pilz in Bürsten, Kissen, Kratzbäumen oder Katzentoiletten hängen, selbst wenn das Tier schon längst nicht mehr im Haushalt ist. Bei unerklärlichen Rezidiven nach erfolgreicher Therapie müssen solche Gegenstände deshalb unbedingt in Betracht gezogen werden.

Zur Untersuchung möglicher Infektionsquellen kann der Patient oder dessen Eltern den Nachweis qua Bürstenmethode selbst durchführen. Dazu bürstet man mit einer zuvor steril eingesiegelten Zahnbürste mehrmals sorgfältig über die zu untersuchende Oberfläche oder das verdächtige Tier. Danach drückt man die Bürste auf die Agar-Oberfläche einer Petrischale, welche einen Dermatophytenselektiv-Nährboden enthält. Die beimpfte Petrischale wird vom Patienten dann wieder beim Hautarzt abgegeben. Im positiven Fall erscheinen nach wenigen Tagen auf dem Nährboden die typischen strahlenförmigen Kolonien von M. canis. Dieser Vorgang kann natürlich bei verschiedenen Objekten oder Tieren separat durchgeführt werden.

Auch nach Impfung halten sich M.-canis-Sporen lange

Mit INSOL Dermaphyton® oder Rivac® Microderm® gibt es seit einiger Zeit Impfstoffe, welche sowohl zur Therapie infizierter Tiere als auch als vorbeugende Maßnahme einzusetzen sind. Der Heilungsprozess befallener Katzen schreitet nach der zweiten Impfung schnell voran und ist nach wenigen Wochen vollständig abgeschlossen. Nach der Impfung sind die Katzen immun gegen M. canis. Allerdings können Pilzsporen, vor allem bei generalisiertem Befall von Langhaarkatzen, trotz Impfung noch über einen sehr langen Zeitraum im Fell verbleiben. Zur Vermeidung dieses Problems empfehlen die meisten Tierärzte bei der Antimykose-Behandlung, die Katze komplett zu scheren und mit Imaverol® zu behandeln.

Kolleginnen und Kollegen mit langjähriger mykologischer Erfahrung wissen noch die eigenständigen Arten M. distortum (mit seinen bizarren Makrokonidien) und M. equinum (besonders mit Pferden und Pferdehaltung assoziiert) zu unterscheiden. Molekularbiologische Ergebnisse ordnen diese beiden Arten nunmehr M. canis zu. Als selbständige Art bleibt jedoch das anthropophile Microsporum audouinii bestehen. Dieser Erreger löste in den 50er und 60er Jahren in der Bundesrepublik Epidemien in Waisenhäusern aus und verschwand dann fast vollständig. Aktuell kehrt er jetzt durch Immigranten oder Urlaubsrückkehrer aus Afrika wieder zu uns zurück und verbreitet sich vor allem in Kindergärten rasch.

Strahlenförmige Kolonien, rasches Wachstum

Die Diagnostik von M. canis bereitet in der Regel keine Schwierigkeiten. Als besonders rasch wachsender Dermatophyt erscheint M. canis mit seinen typisch strahlenförmigen Kolonien in Primärkulturen oft schon nach dem dritten Tag. In diesen frühen Stadien kann er jedoch nach der Koloniemorphologie in der Regel nicht von anderen Microsporum-
Arten, wie beispielsweise dem M. audouinii, unterschieden werden.

Ältere Kulturen zeigen dann meist die charakteristische tiefgelb/orange/ aprikotfarbige Kolonieunterseite. Allerdings kommen gelegentlich auch Stämme mit brauner oder sehr heller Rückseite vor und führen zu Unsicherheiten. Die Artdiagnostik bereitet in der Regel über die typischen spindelförmigen Makrokonidien keine Schwierigkeiten. Jedoch muss der Untersucher wissen, dass einige Stämme sehr schlechte Makrokonidienbildner sind. Darüber hinaus bildet M. canis trotz sehr rasch wachsender Kolonie die Makrokonidien häufig relativ spät aus.

Eine Tinea capitis durch M. canis ist oftmals immer noch mit einer langwierigen Behandlung verbunden. Zwar stehen neben Fulcin® (Griseofulvin) mit Sempera® liquid (Itraconazol), Diflucan® DermSaft (Fluconazol) sowie Lamisil® (Terbinafin) wirksame orale Antimykotika für die Therapie der durch M. canis verursachten Tinea capitis bei Kindern zur Verfügung. Dennoch sind bis zur negativen Pilzkultur häufig Therapiezeiten von sechs bis acht Wochen, manchmal sogar noch wesentlich länger erforderlich. Zusätzlich ist zur Verkürzung der systemischen Behandlungsdauer die Lokalbehandlung mit einem topischen Antimykotikum notwendig und wird auch zur Verringerung der Infektionsgefahr für andere Personen empfohlen.

Quelle: PD Dr. Hans-Peter Seidl, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie TU München

Mit freundlicher Genehmigung Karl-Heinz Patzer Chefredakteur ÄRZTLICHE PRAXIS

http://www.aerztlichepraxis.de

Weiterhin lesen Sie meinen Beitrag über Microsporum canis hier

Erfahrungsberichte Betroffener und einige hilfreiche Tips