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G-Wurf von Malin und Edison 2008

 

Greta & Gina

Gina

Greta

Gini & Gustav können nun für immer zusammen kuscheln und toben ;)

Gustav

Goliath

Gigolo

Gigolo

 

Gabor

Heute habe ICH, GABOR, mich entschlossen, mal selbst einen Brief zu schreiben. Ich bin jetzt ein Jahr in Erfurt und dachte, ich erzähle mal, wie es mir geht.
Ich hatte letztens selbst Post bekommen und dachte jetzt schreibe ich mal auch einen Brief.
Mir hatte die Tierklinik geschrieben und die Gaby aufgefordert, mit mir zum Impfen zu kommen. Wir hatten uns aber erinnert und so war der Brief keine Überraschung mehr. Am Freitag letzter Woche stand dann die Transportkiste im Flur und ich bin sofort freiwillig eingestiegen. Gaby meinte aber, wir hätten noch eine Stunde Zeit und ich könnte noch einmal raus kommen. Nach 10 Minuten war mir langweilig und ich kam wieder raus. Dann ging es irgendwann tatsächlich los, ich stieg wieder freiwillig ein, wir gingen nach unten und ich mußte mich unserer Portiersfrau zeigen. Die meinte, ich würde immer schöner werden - sie hatte mich vor Monaten mal in der Wohnung besucht, als ich noch klein war.
Dann verließen wir das Haus und liefen zur Straßenbahn. Ich wollte von der Außenwelt nichts sehen und kroch unter das Kissen, es ist das Kissen, was ich von Ihnen zum Auszug geschenkt bekam. Mich hat bis zum Wartezimmer niemand mehr gesehen, ich blieb in Deckung obwohl es sehr heiß war. Die anderen Tiere und Menschen haben mich in dem Moment nicht interessiert.
Da wir einen Termin hatten ging es im Wartezimmer schnell und bald durfte ich auf dem Behandlungstisch aus der Kiste steigen. Ich tat es freiwillig und lief in die Arme der Helferin. Die sagte, dass meine Rasse ihre Lieblingsrasse sei. Sie freute sich eine solche Katze zu sehen, beschrieb alle Vorzüge von uns, einschließlich Fell, Größe und Ohrenpinsel und sagte zum Schluß, es würden selten so schöne Katzen als Patient kommen. Während ihrer Rede streichelte sie mich ununterbrochen und kuschelte mit mir. Ich schaute sie mit großen grünen Augen an und merkte nichts vom Fiebermessen, Abhören und Impfen. Übrigens - meine Zähne wurden auch gelobt. Nach den freundlichen Worten mußte ich in die Kiste geschoben werden. Diesmal wollte ich nicht freiwillig gehen, weil ich wußte, wir müssen in die Hitze zurück. Ich habe mich wieder unter dem Kissen versteckt. Wir haben die Rechnung bezahlt einschließlich Wurmkuren, die uns Gaby nächste Woche in den Nacken spritzt. Dann ging es nach Hause. Als wir an der Haustüre ankamen, stand der zweitliebste Mensch, Uta Gaby´s Nachbarin, die auf uns aufpasst, wenn Gaby mal verreist ist, da. Sie guckte in die Kiste und rief ganz erschrocken "Gabor ist weg, war die Klappe an der Kiste vielleicht auf, ist er vielleicht rausgesprungen?". Gaby hat sie dann beruhigt und geantwortet dass ich mich versteckt hätte, die Kiste wäre noch schwer genug.
Oben in der Wohnung habe ich mich dann 10 Minuten ausgeruht. Gaby hat mich bemuttert und gedacht es ginge mir schlecht. Es war nicht so, nach nur 10 Minuten habe ich mein Hobby, Fliegen- und Insektenfangen wieder aufgenommen.

Ich bin also gesund und munter, war nur dreimal beim Tierarzt. Zuerst nach meiner Ankunft mit der zweiten Impfung, dann im Februar zum Kastrieren, was ich nicht gemerkt habe und eben am Freitag.
Ich bin gewachsen, zuerst am Schwanz, der wurde immer länger und war im April im Gegensatz zum Körper riesig. Ein Besucher war so verzückt und sagte damals er hätte noch nie eine so schöne Katze mit so langem Schwanz gesehen. Gaby hat den Mann letztens gesehen und gesagt jetzt wäre mein Schwanz nicht mehr so lang. Er dachte man hätte mir was abgeschnitten; Gaby lachte und sagte nein jetzt wäre ich gewachsen. Besonders dick sind meine Hinterbeine und Pfoten. So kann ich besonders gut sitzen und manchmal auch auf zwei Beinen stehen. Da die Hinterbeine weiß sind, sehe ich aus wie der gestiefelte Kater der Gebrüder Grimm, der sah auch so wildfarben aus. Durch meine Farbe kann ich mich richtig tarnen. Ich lege mich auf den grünen Teppich, wie auf den Waldboden, verstecke meine weißen Pfoten und schon bin ich von oben nicht mehr zu sehen. So werde ich öfters gesucht und gerufen, ich melde mich aber nicht immer.
Trotzdem sagt Gaby dass ihr meine wilde Farbe besonders gut gefällt, weil ich wirklich noch so aussehe als käme ich direkt aus dem Wald.
Ich wiege jetzt 5 kg, bin aber nicht dick, mein Freund Moritz ist dicker und schwerer als ich. Am liebsten fresse ich Trockenfutter. Deswegen gibt es immer mal eine andere Sorte, zur Zeit gern Purina One, denn da gibt es immer auch Getreide- oder Reisanteile. Sonst fressen wir Beutelchen von kittekat oder auch mal andere Sorten. Weil Mikesch keine Zähne mehr hat hatte er immer Beutel bekommen. Da haben Moritz und ich die Büchsen auch verschmäht und uns durchgesetzt, so dass es nur noch Beutelchen gibt. Bei der Wärme fressen wir sowieso nicht so viel, da kann Gaby etwas sparen.
Bewegen tun wir uns im Moment auch wenig. Wenn es kälter ist, dann toben wir gern durch die Wohnung, jagen/spielen mit uns und den Insekten, weniger mit Katzenspielzeug - das ist nach kurzer Zeit uninteressant. Ich liebe aber die Plüschtiere von Gaby; da hole ich mir nachts einen Hasen, schleppe ihn durch die Wohnung, verstecke ihn so, dass niemand ihn findet und lege ihn Tage später wieder im Schlafzimmer auf die Türschwelle und tue so, als wäre nichts gewesen. Mein Lieblingsplatz ist der Balkonblumenkasten. Da kann ich viel beobachten, besonders Tauben und Spatzen. Ich robbe durch die Erde, für Blumen bleibt kein Platz. Deshalb hat Gaby Fetthennegewächse gepflanzt. Auf denen kann man sooo schön liegen. Der Balkon liegt auf der Südseite. Im Sommer bin ich morgens und abends draußen.Mein Lieblingswetter ist aber in der kalten Zeit. Dann bekomme ich wunderschönes Fell und bin am liebsten im feuchten Nebel draußen. Dazu muß ich noch sagen, dass mir Wasser gut gefällt. Ich springe beim Duschen gerne mal in die Wanne oder lege mich danach in die feuchte Wanne unter die tropfende Badematte. Vom Balkon komme ich auch gerne mal naß ins Zimmer. Gewitter im Sommer sind meine Leidenschaft.

Nun muß ich zum Schluß noch eine große Schandtat beichten, denn ich habe mich schon einmal in Lebensgefahr begeben weil ich eben wild und neugierig bin!
Zwei Tage vor der Katzenausstellung in Gotha ist das gewesen, denn dann war Gaby so geschockt, dass sie nicht nach Gotha gefahren ist, was eigentlich geplant war.
Also im April war schon wärmeres Wetter und wir durften auch nachts auf dem Balkon rumstrolchen. Wir haben ja ein Netz und eigentlich kann nichts passieren, so dachte Gaby. Das Netz war schon 8 Jahre alt und an den Seiten durch das Reiben an der Hauswand geschädigt, was niemandem auffiel. Nachts hatte ich gut geschlafen, habe wie oft um 5.00 Uhr die Gaby zur Toilette begleitet, dabei lecke ich gern ihre Füße ab. Dann ging Gaby wieder ins Bett und ich auf den Balkon, weil es langsam hell wurde. Ich schlenderte auf dem Blumenkasten und sah, wie so oft der Windmühle zu, die zum Taubenerschrecken bei den Nachbarn (links) auf dem Balkon sich drehte. Diese hatte ich schon lange im Auge - also suchte ich eine Möglichkeit hinzukommen. Da sah ich ein kleines Loch zwischen Netz und Hausmauer, wo sich das Netz abgerieben hatte. Die Menschen hatten das noch nicht gesehen. Ich kletterte auf den Nachbarbalkon und untersuchte alles. Die Nachbarn wissen bis heute nicht, dass ich dort war. Um 6.00 Uhr sah ich die Nachbarn rechts von meinem Balkon auf ihren Balkon treten. Weil ich gesellig bin, dachte ich, ich laufe auf der Balkonbrüstung vor dem Netz mal in die andere Richtung, dann saß ich am rechten Balkonende und schaute rüber zu den Leuten, konnte aber nicht weiter, weil da ein 2 Meter Spalt zum Nachbarn war. Wir wohnen ja 30 Meter über dem Erdboden. Ich saß da und war mir keiner Schuld bewußt! Dann gingen die Nachbarn aber in ihr Zimmer, ich drehte mich und machte es mir vor dem Netz gemütlich.
Auf einmal kam Gaby leichenblaß zusammen mit der Nachbarsfrau auf den Balkon. Die beiden Frauen standen hinter dem Netz und ich saß davor und kein Loch in der Nähe!
Gaby war von der Nachbarin aus dem Bett geklingelt worden mit dem Satz "Ihre schöne Katze läuft vor dem Netz auf der Brüstung herum und wäre am liebsten auf unseren Balkon gesprungen". Diesen Satz wird Gaby nie vergessen; das hat sie zu mir gesagt. Da die beiden Frauen kein Loch sehen konnten, haben sie ein kleines Loch in das Netz geschnitten, Gaby hat mich am Genick gepackt und sofort ins Wohnzimmer gesetzt. Abends nach der Arbeit wurde das Netz untersucht und notdürftig geflickt. Die Nachbarin bekam als rettender Engel eine Flasche Rotwein geschenkt und ich darf seitdem nicht mehr unbeobachtet auf den Balkon. Nachts ist jetzt die Tür zu trotz des neuen Netzes, was wir bekommen haben. Na ja ich kann nicht garantieren auf was für dumme Einfälle ich noch kommen werde. Ich sehe immer eine weiße Katze im Nachbarhaus, die läuft in der 16. Etage frei auf dem Balkon herum; bei meinen Jagdanfällen für Insekten wäre ich schon längst runtergestürzt, wahrscheinlich hätte ich nur das Gleichgewicht verloren.
Also, die Kastration hat meiner Wildheit nicht geschadet. Ich kann nur ruhiger werden, aber das will Gaby ja gar nicht!

Tschüß, ich muß jetzt eine Lieblingsspeise fressen, ein rohes Hühnerherz, das gibt es nämlich nur selten und es ist auch das einzige Mal dass ich alle Anderen weggknurre, ganz leise aber intensiv!